Am Wochenende vom 24.06.- 26.06.2016 fand das nationale Event des Erasmus Student Network (ESN) Deutschland statt, welches jedes Jahr alle internationalen und Erasmus - Studenten in eine deutsche Stadt einlädt. Das diesjährige Programm war sehr vielfältig: Freitags und sonntags konnten die Studenten die Museen Vorort besuchen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit die Stadt im Rahmen einer gut geplanten und unterhaltsamen City Rallye zu erkunden. Zusammen mit dem internationalen Kooperationspartner Pernod Ricard wurde das Abendprogramm am Freitag gestaltet: Eine Responsible Party, unter dem Motto „Europa tanzt“, lud die internationalen Studenten zum verantwortungsbewussten Feiern ein. Von der zuvor bemerkbar trüben Stimmung aufgrund der Resultate der Brexit - Abstimmung war an diesem Abend nicht mehr viel zu spüren. Die vorgesehene Flaggenparade am darauffolgenden Samstag-Nachmittag setzte darüber hinaus ein deutliches Zeichen:

Mit rund 300 teilnehmenden internationalen Studenten, die u.a. dank des Erasmus+ - Programms einen Auslandsaufenthalts in Deutschland verbringen, wurde sich mitten in Dresden zu einer bunt-auflaufenden Flaggenparade getroffen. Jeder Studierende wurde aufgefordert eine Flagge oder anderweitige auffällige Körperschmuck mitzubringen, die ihr Heimatland in den jeweiligen Farben repräsentierten. Die anfängliche Ansprache des Education Officer von ESN Deutschland, Dorothee Staudt, machte die Wichtigkeit des Zusammenkommens nochmals deutlich: Das bunte Miteinander soll die Vielfältigkeit darstellen, die wir in Europa vereint erleben dürfen. Studierende aus verschiedenen Ländern kamen zusammen, um gemeinsam im Sinne von Europa zu zelebrieren - besonders betont wurde inwiefern durch interkulturelle Dialogen das kulturelle Verständnis zur Erhaltung und Entwicklung der europäischen Gemeinschaft. Der Mobilitätsgedanke sollte dementsprechend motiviert und gefördert werden.

Die Flaggenparade erzielte nicht nur große Begeisterung unter den Mitläufern sondern auch unter den Passanten Dresdens.

Die positive Stimmung wurde von weiteren Sprechern im Anschluss der Parade aufgegriffen: Speziell im Rahmen der Tätigkeiten von ESN und mit den Interessen des Erasmus+ Programms wurden die Vorteile eines Auslandsaufenthaltes nochmals betont und dazu aufgerufen die Erfahrungen im Heimatland zu teilen und junge Leute zur Mobilität zu motivieren.

 

Auch fast zwei Wochen später hinterlässt das Thema Brexit Raum für grundlegende Diskussion über die Auswirkungen auf den britischen und übergreifend auf den europäischen Bildungsbereich. Da die deutschen Studenten/Innen und Akademiker/Innen eine der größten Gruppen bilden, die sich für ihre Mobilitätsperiode für Großbritannien entschieden haben (Bezug zum DAAD: http://www.deutschlandradiokultur.de/hochschulen-brexit-wuerde-akademischen-austausch-erschweren.2165.de.html?dram:article_id=357859), wird deutlich, dass dieses Thema alle europäischen Studierende betrifft. Ein Austritt aus der EU könnte erhebliche Auswirkungen auf die Beteiligung Großbritanniens am Erasmus+ Programm haben. Laut eines Updates der britischen NUS (National Union of Students) (Link: http://www.nusconnect.org.uk/articles/update-on-higher-education-and-research-after-the-eu-referendum) würde es immerhin keine sofortigen Auswirkungen für europäische Studenten/innen geben. Inwieweit das Referendum mögliche Veränderungen einleitet und welche Folgen dies haben wird, wird in den kommenden Jahren abzuwarten sein.

Gerade jetzt erscheint es uns wichtig, als ehemalige Erasmus-Studenten und jetzige ESNer, darauf zu verweisen, welche Vorteile Programme wie das Erasmus+ - Programm implizieren: Interkulturelles Verständnis und gegenseitige Toleranz sind wichtige Kompetenzen, die durch den Austausch mit anderen Kulturen entwickelt werden können (vgl. Erasmus Impact Study (Link: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-1025_de.htm). Im Rahmen des Erasmus+ - Programms bietet die EU die Grundlage für solch einen Austausch zwischen jungen Menschen. Studierende werden so zu Mitgestaltern einer kulturell vielfältigen Gesellschaft, was sich z.B. durch die entstandenen Freundschaften in ganz Europa feststellen lässt.

In diesem Sinne ist zu hoffen, dass in weiteren Verhandlungen und Diskussionen zwischen wichtigen europäischen und britischen Entscheidungsträgern und politischen Mitgestaltern eine „tragfähige Zukunft“ (Bezug HRK (Link: https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-zum-brexit-tiefer-einschnitt-auch-fuer-die-hochschulen-3981/)) thematisiert und die weitere Förderung von Mobilitätsmöglichkeiten unterstützt wird.